Aktuelle Nachrichten aus Bremen , Bremerhaven und umzu.

NSR Stadtmagazin gehört zur Familie vom NSR Stadtradio und dem NSR Schlagerradio. Hier bekommt ihr den Schlager und die Musik aus Deutschen Landen die ihr wirklich hören wollt.Unsere Moderatoren freuen sich auf euch !….

Listen to this article

Pandemiebedingter Rückgang zu verzeichnen

Im Land Bremen ist der gleiche Trend zu beobachten wie bundesweit: Die Verkehrsunfallzahlen nehmen ab. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 20.247 im Land Bremen registriert. Das sind insgesamt 3.813 Verkehrsunfälle weniger als im Vorjahr. Durch den pandemiebedingten Rückgang der Verkehrsmenge insgesamt wegen Home-Office, Home-Schooling und Reduzierung des Reiseverkehrs haben sich auch die Verkehrsunfallzahlen im Land Bremen verringert. Damit einhergehend sinkt auch die Zahl der Verunglückten in Bremen. Dieser Trend ist bundesweit zu erkennen. Insbesondere im Lockdown in den Monaten März bis Mai 2020 und im November und Dezember 2020 sind die Vergleichszahlen zum Vorjahr zurückgegangen. Das Jahr 2020 ist damit mit keinem anderen Jahr seit Erfassung der Verkehrsunfallzahlen vergleichbar.

 

Symbolfoto

 

Positiv wirkt sich die Entwicklung auch auf die Verkehrsunfälle aus, bei denen Menschen zu Schaden gekommen sind. 720 Verunglückte weniger als im Vorjahr waren zu beklagen. Bedauerlicherweise sind trotzdem im Jahr 2020 14 Menschen im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall im Land Bremen verstorben. Hauptunfallursachen in 2020 sind nach wie vor nicht angepasste Geschwindigkeit und Abstand, gefolgt von nicht Gewähren der Vorfahrt auf Rang 2 und fehlerhaftes Abbiegen nach links auf Rang 3.

 

Die Verkehrsunfallstatistik 2020 im Detail

Verkehrsunfallentwicklung im Lande Bremen 2020 und in den vergangenen 5 Jahren

 
  2016 2017 2018 2019 2020
Verkehrsunfälle gesamt          
Land Bremen 22.348 24.139 24.507 24.060 20.247
Bremen 17.942 19.601 19.846 19.630 16.345
Bremerhaven 4.406 4.538 4.661 4.430 3.902
dabei Verunglückte          
Land Bremen 3.830 3.941 4.142 3.865 3.145
Bremen 3.142 3.194 3.382 3.189 2.533
Bremerhaven 688 747 760 676 612

Während die Verkehrsunfallzahlen in den vergangenen drei Jahren nahezu stagnierten, kam es im Jahr 2020 zu einem deutlichen Rückgang im Land Bremen. In der Stadtgemeinde Bremen sanken die Verkehrsunfallzahlen um 3.285 und in Bremerhaven um 528.

Weiterhin ist zu vermuten, dass der Abbau von Baustellen nach erfolgter Sanierung auf den Autobahnen im Bremer Zuständigkeitsbereich ebenfalls eine Ursache für den Rückgang des Unfallgeschehens sein könnte.

Getötete, Schwerverletzte, Leichtverletzte

 
  2016 2017 2018 2019 2020
Getötet          
Land Bremen 13 13 6 8 14
Bremen 11 9 5 7 10
Bremerhaven 2 4 1 1 4
Schwerverletzte          
Land Bremen 415 421 415 370 365
Bremen 359 345 350 314 312
Bremerhaven 56 76 65 56 53
Leichtverletzte          
Land Bremen 3.402 3.507 3.721 3.487 2.766
Bremen 2.772 2.840 3.027 2.868 2.211
Bremerhaven 630 667 694 619 555

Die Zahl der Leichtverletzten ist im Land Bremen deutlich gesunken. Insgesamt wurden 721 weniger Menschen leichtverletzt. Ein kleiner Rückgang ist auch bei den Schwerverletzten zu erkennen. Im Vergleich zu den Vorjahren trotzdem auf niedrigem Niveau.

Für den deutlichen Anstieg der im Verkehrsunfall ums Leben gekommenen Menschen gegenüber den Vorjahren gibt es keine verkehrspolizeiliche Erklärung, es handelte sich jeweils um tragische Unglücke.

Verkehrsunfälle mit der Unfallursache Geschwindigkeit und Abstand

 
  2016 2017 2018 2019 2020
Verkehrsunfälle gesamt          
Land Bremen 5.882 6.825 7.155 7.088 5.952
Bremen 5.146 5.991 5.664 5.921 4.943
Bremerhaven 736 843 1.491 1.167 1.009
dabei Verunglückte          
Land Bremen 1.111 1.190 1.201 1.016 777
Bremen 898 930 904 820 560
Bremerhaven 213 260 297 196 217

Bei der Unfallursache nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit und Abstand ist der rückläufige Trend besonders deutlich: insgesamt 1.136 Verkehrsunfälle weniger als im Vorjahr und sogar ein deutlicher Rückgang bei den dabei Verunglückten um 239. Grund hierfür mag auch der coronabedingte Rückgang der Verkehrsteilnehmenden insgesamt sein.

Trotzdem sind diese Ursachen nach wie vor die häufigsten und auch folgenschwersten. Die Polizei wird daher an ihrer Strategie festhalten und weiterhin Geschwindigkeitskontrollen und Abstandsmessungen durchführen.

Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Kindern

 
  2016 2017 2018 2019 2020
Verkehrsunfälle gesamt          
Land Bremen 254 312 315 272 213
Bremen 182 247 254 222 200
Bremerhaven 72 65 61 50 40
dabei Verunglückte Kinder          
Land Bremen 267 312 223 178 197
Bremen 213 238 174 148 167
Bremerhaven 54 74 76 45 46

Kinder gehören zu der schwächsten Gruppe der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern und bedürfen somit einer besonderen Aufmerksamkeit. Die Verkehrsunfälle sind in 2020 auf dem niedrigsten Stand der vergangenen fünf Jahre. Kein Kind ist im vergangenen Jahr im Straßenverkehr im Land Bremen zu Tode gekommen.

Nach erster Bewertung wird diese Entwicklung möglicherweise in sehr engem Zusammenhang mit dem Lockdown stehen. Kinder konnten die Schule nicht besuchen, haben sich somit nicht auf den Schulweg begeben und waren wohl auch in ihrer Freizeit eng an das Zuhause gebunden.

Deshalb ist es von enormer Bedeutung, auf unsere jüngsten Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen jetzt genau Acht zu geben, wenn sie sich nach dem Lockdown wieder im öffentlichen Verkehrsraum bewegen.

Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Seniorinnen und Senioren

 
  2016 2017 2018 2019 2020
Verkehrsunfälle gesamt          
Land Bremen 4.754 4.987 5.326 5.228 4.307
Bremen 3.763 3.920 4.231 4.197 3.372
Bremerhaven 991 1.067 1.095 1.031 935
dabei Verunglückte Senioren          
Land Bremen 493 475 545 499 482
Bremen 415 388 449 405 393
Bremerhaven 78 87 96 94 89

Aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie waren im Jahr 2020 vermutlich auch Seniorinnen und Senioren weniger unterwegs. Die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Seniorinnen und Senioren ist im 5-Jahreszeitraum auf einem Tiefststand. 4.307 Verkehrsunfälle im Jahr 2020 im Land Bremen bedeuten insgesamt 921 Verkehrsunfälle weniger als im Vorjahr.

Trotzdem ist die Zahl der Verunglückten mit 482 immer noch sehr hoch. Dabei zu berücksichtigen ist allerdings auch, dass die Mobilität der älteren Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen steigt und immer mehr, auch Hochbetagte, weiterhin aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.

Verkehrsunfälle mit Fahrrad- / Pedelecbeteiligung

 
  2018 2019 2020
Verkehrsunfälle gesamt      
Land Bremen 1.835 1.725 1.613
Fahrrad 1.708 1.562 1.400
Pedelec (max. 25 Km/h) 127 163 213
Bremen 1.598 1.492 1.377
Fahrrad 1.494 1.367 1.213
Pedelec (max. 25 Km/h) 104 125 164
Bremerhaven 237 233 236
Fahrrad 214 195 187
Pedelec (max. 25 Km/h) 23 38 49
dabei Verunglückte      
Land Bremen 1.406 1.268 1.176
Fahrrad 1.302 1.128 990
Pedelec (max. 25 Km/h) 104 140 186
Bremen 1.217 1.107 1.002
Fahrrad 1.131 1.003 862
Pedelec (max. 25 Km/h) 86 104 140
Bremerhaven 189 161 174
Fahrrad 171 125 128
Pedelec (max. 25 Km/h) 18 36 46

Seit 2018 wird in der Verkehrsunfallstatistik in der Erfassung zwischen Radfahrenden und Pedelecfahrenden unterschieden. Somit ist hier ein Vergleichszeitraum von drei Jahren dargestellt.

Die Zahl aller in diesem Segment erfassten Verkehrsunfälle ist im Land Bremen gesunken. Insgesamt ist auch ein Rückgang der dabei Verunglückten feststellbar. In der Differenzierung wird allerdings auch deutlich, dass die Anzahl der Verkehrsunfälle mit der Beteiligung von Pedelecs steigt und parallel dazu auch die Zahl der Verunglückten.

Im Land Bremen sind in 2020 vier Radfahrende und ein Pedelecfahrender tödlich verunglückt.

Verkehrsunfälle unter Beteiligung von E-Scootern

 
  Bremen Bremerhaven Land Bremen
VU-gesamt 38 7 45
Anzahl der Verunglückten 25 3 28
davon      
leichtverletzt 21 3 24
schwerverletzt 4 0 4
getötet 0 0 0
… unter Alkoholeinfluss 5 1 6
… Alleinunfälle 9 2 11

Seit November 2019 ist die Sondernutzungserlaubnis für E-Scooter in Kraft getreten, sodass im Land Bremen verschiedene Anbieter E-Scooter zur Erweiterung der Mobilität anbieten. Dieser Trend der neuen Mobilität ist bundesweit erkennbar. Insbesondere im innerstädtischen Bereich finden diese Fortbewegungsmittel regen Zuspruch. Dies hat die Bundesländer veranlasst, in der Verkehrsunfallstatistik Unfälle mit E-Scooter-Beteiligung aufzunehmen.

Auffällig hierbei ist die Anzahl der Alleinunfälle. Gleichzeitig ist einigen Nutzerinnen und Nutzern noch nicht hinirechend bewusst, dass das Fahren unter Alkoholeinfluss nicht nur verboten ist, sondern auch erhebliche Gefahren birgt. Bei mehr als der Hälfte der Verkehrsunfälle insgesamt sind Menschen leicht verletzt worden, vier Personen sogar schwer.

 

Die TOP 3 der örtlichen Unfallbrennpunkte in Bremen und Bremerhaven

 

Bei den „TOP 3 – Brennpunkten“ wird nach der Gesamtanzahl der Verkehrsunfälle sowie nach der Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden an Verkehrsknoten differenziert. Um vor allem die schweren Verkehrsunfallfolgen zu reduzieren, konzentriert sich die Arbeit der Verkehrsunfallkommissionen in Bremen und Bremerhaven insbesondere auf folgende Brennpunkte:

Bremen

  1. Am Brill / Bürgermeister-Smidt-Straße
  2. Am Stern
  3. In der Vahr / Sonnenberger Straße

 

Bremerhaven

  1. Stresemannstraße / Grimsbystraße
  2. Langener Landstraße / Cherbourger Straße
  3. Columbusstraße / Borriesstraße

 

Die Verkehrsunfallkommissionen beschäftigen sich mit der Analyse und der verkehrstechnischen Verbesserung unfallträchtiger Örtlichkeiten im Verkehrswegenetz. Sie sind mit Vertreterinnen und Vertretern der Straßenverkehrsbehörden, des Senators für Inneres, der BSAG und der Polizei besetzt. Neben der Verkehrserziehung und der Verkehrsüberwachung sind auch bauliche Maßnahmen ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Verkehrssicherheitsarbeit.

 

Die polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit in Bremen setzt für das Jahr 2021 folgende Schwerpunkte und Ziele:

 

 

  • Reduzierung der Unfälle mit schwerwiegenden Folgen. In diesem Sinne werden folgende Schwerpunkte gesetzt: – Fortführung der „Strategie zur flächendeckenden Überwachung des Straßenverkehrs“ – Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, insbesondere der Kinder, der Radfahrenden und der älteren Verkehrsteilnehmenden – Kontrolldruck bezüglich der Hauptunfallursachen Geschwindigkeit und Abstand durch konsequente Überwachung – stärkere Überwachung der Ursache Ablenkung
  • Beteiligung an europaweiten Kontrollwochen (ROADPOL)
  • Beteiligung am bundesweiten Aktionstag für mehr Verkehrssicherheit „sicher. mobil. leben“ der Polizeien des Bundes und der Länder. Vor dem Hintergrund der Steigerung der Verkehrsunfälle mit den Personenschäden unter Beteiligung von Radfahrenden wird das Thema in diesem Jahr „Radfahrende im Blick“ sein. Die Aktion ist bundesweit für den 05. Mai 2021 geplant.
Avatar

Von Charly

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Error

JavaScript von kostenlose-javascripts.de
×

Powered by

× Redaktion NSR Stadtmagazin