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September 17, 2021

Tanklager Farge „Wie ein Kaugummi unterm Schuh“

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Die mit rund 200 Tonnen Benzin verseuchte Erde rund um die ehemaligen Verladebahnhöfe soll in großem Umfang ausgebaggert werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro.

Symbolfoto

Farge. Die Gefahr für das Trinkwasser durch das ehemalige Tanklager Farge ist zwar noch längst nicht gebannt. Aber man sei auf einem guten Weg, sagt Rainald Brede von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA).  Während einer virtuellen Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Tanklager Farge kündigte er an, dass die mit rund 200 Tonnen Benzin verseuchte Erde rund um die ehemaligen Verladebahnhöfe in großem Umfang ausgebaggert werden soll. Die Kosten belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro.

Die Bürgerinitiative arbeitet nach den Worten ihrer Vorsitzenden Heidrun Pörtner seit 2013 an einer umfassenden Aufklärung des technischen Zustands des Tanklagers sowie der behördlichen Vorgehensweise bei der Sanierung von Boden und Grundwasser. Und sie fordert weiterhin eine Optimierung der Sanierungsstrategie, weil nach wie vor die Gefahr für die Verunreinigung des Trinkwassers in der Blumenthaler Schutzzone bestehe. Außerdem dürfen die Anwohner rund um die 6000 Quadratmeter große kontaminierte Fläche des ehemaligen Tanklagers das Grundwasser aus ihren Brunnen noch immer nicht nutzen.

Nach vielen Gesprächen mit Politikern, Behörden und BIMA-Vertretern konnte die Bürgerinitiative inzwischen jedoch einen wichtigen Teilerfolg verbuchen: So rief der Bund rief zu einem Planungswettbewerb über neue Sanierungsverfahren im Bereich des Verladebahnhofs II auf. Im September vergangenen Jahres gab die BIMA das Ergebnis bekannt: Danach soll eine gründliche „Quellensanierung“ durch Bodenaushub und Bodenaustausch bis zu einer Tiefe von 16 Metern erfolgen. Die aufgeworfene Erde, so BIMA-Projektleiter Rainald Brede während der virtuellen Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative, werde in Hallen biologisch gereinigt.  Die Säuberung an Ort und Stelle bezeichnete Brede als zwangsläufig. Um die 100.000 Tonnen Aushub woanders zu dekontaminieren, müssten 4000 Lastwagen mit einer Ladekapazität von jeweils 25 Tonnen eingesetzt werden und das Klima damit erheblich belasten. Zwischenfazit von Heidrun Pörtner während der Video-Veranstaltung: „Wir haben es geschafft, dass etwas Grundsätzliches passiert.“

Mit Lob für die Bürgerinitiative hielt denn auch Brede nicht hinterm Berg: Sie sei wie ein Kaugummi unter dem Schuh, das man nicht loswerde.   Und sie sieht ihr Engagement noch längst nicht beendet, wie auch der 2. Vorsitzende Olaf Rehnisch unterstrich, der einmal mehr erläuterte, mit welchen Schadstoffen das Erdreich im einstigen Tanklager belastet ist. Es war in den Jahren 1935-1941 mit einem Fassungsvermögen von 300.000 Kubikmetern erbaut worden und ist trotz Stilllegung weiterhin eine ständige Bedrohung für das Blumenthaler Trinkwasserreservoir. Rund sechs Millionen Kubikmeter Trinkwasser fließen jährlich aus dem Wasserschutzgebiet Blumenthal in nordbremische Haushalte. Das sind knapp 20 Prozent des Bedarfs in der gesamten Hansestadt. Würde diese Quelle versiegen, müsste zum Beispiel Weserwasser in einem aufwendigen und kostspieligen Prozess zu Trinkwasser aufbereitet werden.

Die Bürgerinitiative drängt deshalb auch auf eine schnelle Sanierung der beiden sogenannten Schadstofffahnen im Grundwasser. Eine erstreckt sich bis zur Weser, die andere bewegt sich in Richtung des 950 Meter entfernten Trinkwasserbrunnes Striekenkamp. Für den sei allerdings noch keine Unmittelbare Gefahr im Verzuge erläuterte Brede. Begründung: „Die Fahne legt im Jahr eine Strecke von bis zu 20 Metern zurück.“  Dennoch mahnte Olaf Rehnisch nach der vollständigen Sanierung der Schadstoffquelle ein zügiges Verfahren zur Dekontamination der Schadstoffahnen an. Sauberes Trinkwasser, ergänzte Heidrun Pörtner, sei eine der wichtigsten Lebensgrundlagen für künftige Generationen.

An der virtuellen Informationsveranstaltung beteiligten sich übrigens 37 Personen, vor allem Blumenthaler. Die auch erfuhren, dass während der Bodensanierung mit Baulärm zu rechnen sei.

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