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Oktober 18, 2021

NSR Stadtmagazin

Aktuelle Nachrichten aus Bremen , Bremerhaven und umzu.

Stellungnahme zum Übergriff der Queeraspora-Initiative auf unsere Kundgebung

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Am Freitag fand wie geplant unsere Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz zum diesjährigen Christopher Street Day (CSD) Bremen statt. Ebenfalls wie geplant gab es einige Redebeiträge aus der queeren Community. Leider gab es aber einen Übergriff auf den CSD Bremen durch die Gruppe Queeraspora. Zu diesem Übergriff nehmen wir nun Stellung.

Was ist passiert?

Wir wollten mit den Redebeiträgen starten, nachdem die Regenbogen-Flagge mit Flüssigkreide auf den Bahnhofsvorplatz gemalt war. Eines unser Vorstandsmitglieder fing an, die Kundgebung einzuleiten und die Zuhörer:innen zu begrüßen. In dem Moment störten laute Trommeln die Kundgebung. Das Trommeln war so laut, dass die Kundgebung selbst verstärkt durch Lautsprecher nicht mehr zu verstehen war. Das Trommeln ertönte immer dann, wenn die Kundgebung fortgesetzt werden sollte.

Schließlich kam eine Fußgruppe mit den Trommeln auf unser Vorstandsmitglied zu. Es stellte sich heraus, dass die Gruppe Queeraspora bewusst die Kundgebung störte, um den ersten Redebeitrag halten zu können. Das war insofern nicht nachvollziehbar, als dass Queeraspora laut Planung den dritten Redebeitrag halten konnte. Es ging also nie darum (wie fälschlicherweise behauptet), ob Queeraspora einen Redebeitrag halten kann. Sondern es ging nur darum, wann bzw. wie viele andere Gruppen vorher sprechen dürfen.

Ein Screenshot der Instagram-Story vom 27.08.21 vom Profil nata_yada mit der Falschbehauptung, der CSD Bremen hätte sich geweigert, Queeraspora einen Redebeitrag halten zu lassen.

Es folgten einige Minuten Diskussion zwischen Queeraspora und CSD-Bremen-Orgamitgliedern. Durch den Übergriff von Queeraspora wurde unsere Versammlungsleitung vor drei Optionen gestellt:

  1. Queeraspora den ersten Redebeitrag statt des dritten Redebeitrags zu überlassen,
  2. Queeraspora von der Kundgebung zu verweisen,
  3. die Kundgebung ganz abzubrechen.

Queeraspora von der Kundgebung zu verweisen kam nicht in Frage, da wir die Kundgebung ja eben organisieren, um der queeren Community und damit auch Queeraspora Sichtbarkeit zu geben. Die Kundgebung ganz abzubrechen wäre auch nicht fair allen anderen Gruppen gegenüber. Die anderen Gruppen hatten ja schon Redebeiträge zur Kundgebung vorbereitet und möchten mit ihren Forderungen ebenfalls gehört werden und Sichtbarkeit erreichen.

Wir haben Queeraspora also den ersten statt des dritten Redebeitrag überlassen. Aber schauen wir uns an, warum das nicht so einfach ist. Oder auch, warum CSD-Organisation immer auch politische Entscheidungen beinhaltet.

In welcher Reihenfolge werden Redebeiträge auf einem CSD gehalten?

Das Grundproblem bei der Organisation der Redebeiträge ist so simpel wie komplex: Es besteht nur eine gewisse Zeit zur Verfügung. Nicht alle können als erstes dran sein. Und dass es überhaupt “nur” um die Reihenfolge der Redebeiträge geht, ist eine Folge der Corona-Bedingungen. Sonst ginge es schon mit der Frage los, wie viel Teil (mehr oder weniger unterhaltsame/aktivistische, die Meinungen gehen auseinander) Musik und wie viel Teil Redebeiträge auf einer CSD-Bühne richtig sind.

Wegen des Infektionsschutzes haben wir uns gegen Musik entschieden. Dadurch ist genug Zeit für alle Redebeiträge.

Zur Reihenfolge der Redebeiträge haben wir eine Rotation. Die Logik ist: Wer in einem Jahr als Letztes dran war, ist im nächsten Jahr als Erstes dran. Jedes Jahr rücken alle einen Platz nach hinten. Daraus ergibt sich, dass alle mal als Erstes dran sind.

Nun geht unsere Rotation noch auf eine Entscheidung des zweiten Orga-Teams für den CSD Bremen 2018 zurück, die seitdem halt fortgeführt wird. Im CSD-Bremen-Team bringen wir verschiedene intersektionale Perspektiven mit. Intersektional heißt, dass wir wegen mehrerer Eigenschaften (sexuelle Vorliebe, Geschlecht, Behinderung, …) diskriminiert werden. Aber die meisten Orga-Mitglieder sind weiß und ohne Migrationshintergrund. Deshalb kann man schon sagen, dass der Rahmen für die Redebeiträge aus einer mehrheitlich weißen Perspektive organisiert wird.

Andererseits haben wir die Rotation eingeführt, eben nachdem Queeraspora sich 2017 über den zu späten Platz beschwert hat. So war Queeraspora 2018 als Erstes dran. 2019 haben wir dann mit Queeraspora die Rotation besprochen und so war Queeraspora 2019 als Zweites dran. 2020 als Drittes. Für 2021 wäre Queeraspora theoretisch als Viertes dran gewesen, da aber Trans*Recht dieses Jahr aus zeitlichen Gründen keinen Redebeitrag halten konnte, wäre Queeraspora dieses Jahr auf Platz Drei gewesen.

Dass Queeraspora nun lieber die Kundgebung solange verhindert, bis sie als Erstes sprechen können, ist ein Übergriff, der sich nicht mit einem zielführendem intersektionalen Aktivismus verbinden lässt.

Denn auch wenn die meisten in unserem Orga-Team weiß sind, ist keines unserer Orga-Mitglieder weiß und ohne Migrationshintergrund und cis-männlich und nicht-behindert und schwul.

Insofern bitten wir Queeraspora, sich die selbst so betonte intersektionale Perspektive zu Herzen zu nehmen. Ihr greift hier nicht die weiß-gesunden-schwulen cis-Männer an, die Ihr im Kopf habt.

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