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Oktober 18, 2021

NSR Stadtmagazin

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Soldaten und Soldatinnen unterstützen in Bremer Pflegeheimen

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Zwei Einrichtungen erproben den Einsatz

01.03.2021

Angesichts der angespannten Personalsituation in den Einrichtungen der Altenpflege sind ab heute (Montag, 1. März 2021) in der Stadt Bremen erstmals Angehörige der Bundeswehr zur Unterstützung eingesetzt. Während die Soldatinnen und Soldaten in Bremerhaven derzeit Antigen-Tests in den Einrichtungen unterstützen, sollen sie in der Stadt Bremen in der Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner eingesetzt werden. „Die Pflegekräfte in den Einrichtungen kommen seit Beginn der Pandemie kaum noch hinterher, auch nur den notwendigsten pflegerischen Bedarf sicherzustellen“, sagte Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport. Für Betreuung und Unterstützung im sozialen Leben bleibe da wenig Zeit. Dank der Unterstützung durch die Bundeswehr in diesen Bereichen könnten sich die Ressourcen der Pflegefach- und -hilfskräfte wieder verstärkt auf den pflegerischen Bereich konzentrieren.

In zunächst zwei Einrichtungen haben nun je zwei Soldaten ihren Dienst aufgenommen. „Dabei sollen sie keine pflegerischen Aufgaben übernehmen, sondern für Betreuung und Unterstützung sorgen. Dazu gehört es zum Beispiel, den Besuch zum Bewohnerzimmer zu führen und am Ende wieder zum Ausgang zu begleiten“, erläuterte die Senatorin. „Die Kräfte können auch die Teilnahme am sozialen Leben organisieren, Spaziergänge begleiten oder das Essen servieren.“ Die Grenzziehung zu pflegerischen Tätigkeiten sei dabei nicht immer einfach. „Wir wollen sicherstellen, dass pflegefachliche Tätigkeiten weiterhin ausschließlich von geschultem Personal vorgenommen werden“, betonte Senatorin Stahmann. Die Mahlzeiten servieren und mundgerecht zerteilen könne noch zum Aufgabenbereich der Bundeswehr-Kräfte gehören, das Anreichen der Nahrung für Menschen mit Unterstützungsbedarf gehöre dagegen zu den Pflegehilfstätigkeiten.

„Auch in weiteren Einrichtungen besteht großer Unterstützungsbedarf“, sagte Senatorin Stahmann. „Es ist gut möglich, dass wir nach einer Erprobungsphase mit zusätzlichen Amtshilfeersuchen für weitere Einrichtungen auf die Bundeswehr zugehen.“

„Der Einsatz der Bundeswehr stellt für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege eine echte Entlastung dar“, sagte Residenzdirektor Sven Beyer von der DKV-Residenz in der Contrescarpe. „Hier sind in der Corona-Krise sehr zeitaufwändige Zusatzaufgaben, wie zum Beispiel das Besuchsmanagement, die Begleitung der Besucherinnen und Besucher zu ihren Angehörigen, das Erfassen und Screening, die Testungen von Besucherinnen und Besuchern sowie Personal und anderes zur ohnehin schon sehr hohen Arbeitsdichte hinzugekommen. Daher sind die Soldatinnen und Soldaten hoch willkommen. Und wir freuen uns und sind auch sehr gespannt auf die Zusammenarbeit.“

Auch im Haus St. Elisabeth bei der Caritas beginnen zwei Kräfte von der Bundeswehr ihren Dienst. „Wir haben uns aktiv darum beworben“, sagt Caritasdirektor Martin Böckmann. „Ich weiß aus Berichten von Einrichtungen in anderen Regionen, dass die Zusammenarbeit gut läuft. Es heißt, die Soldatinnen und Soldaten seien hochmotiviert, gingen sehr umsichtig mit den Bewohnerinnen und Bewohnern um und hätten Freude an der abwechslungsreichen Tätigkeit. Dabei bekommen sie gute Einblicke in die soziale Arbeit. Ich kann mir vorstellen, dass diese Erfahrung eine persönliche Bereicherung für die beiden bei der Caritas wird.“

Einrichtungsleitung Katrin Butt freut sich über die Verstärkung des Teams: „Dass wir gerade nach diesem pandemiebedingt für die Mitarbeitenden sehr herausfordernden Jahr vier helfende Hände haben, ist für uns eine echte Erleichterung. In Ruhe mit den Bewohnerinnen und Bewohnern spazieren gehen, mit ihnen plaudern oder gemeinsam auf dem Tablet über Google Maps die Heimat suchen – wir können uns viel vorstellen. Eine große Hilfe ist auch, wenn sie die Besucherinnen und Besucher koordinieren. All das schenkt uns Zeit, damit wir unseren pflegerischen Aufgaben wieder intensiver nachkommen können.“ An Berührungsängste glaubt Katrin Butt nicht: „Wir sehen es bei Schülerpraktikantinnen und -praktikanten: Wenn das erste Eis gebrochen ist, kommen die Generationen gut miteinander zurecht. Es braucht Freundlichkeit, Respekt, Empathie und den guten Willen. Unsere bisherigen Erfahrungen waren früher mit Zivildienstleistenden und sind heute mit BUFDIs und FSJlern sowie Schülerpraktikantinnen und –praktikanten durchweg gut. Die Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich über Kontakt mit jungen Menschen, die immer etwas zu erzählen haben, das ihren Alltag bereichert.“

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