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Busse und Bahnen sind zwar voller als im ersten Lockdown, doch die Fahrgäste bleiben weiter aus. Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) verzeichnet bei den Stammkunden etwa 15 Prozent Abo-Kündigungen.

Lockdown, Ausgangssperre, Homeoffice und FFP2-Maskenpflicht machen dem öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) zu schaffen. Die Busse und Bahnen sind zwar voller als beim ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr. Die Auslastung der Fahrzeuge ist laut der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) aber weiterhin niedrig. Im Vergleich zur Vor-Pandemie-Zeit nutzen etwa 60 bis 70 Prozent der Fahrgäste das Angebot. Das macht sich auch bei den Stammkunden bemerkbar: Rund 15 Prozent der früheren Abo-Kunden haben laut BSAG ihr Ticket gekündigt. Diese Rückgänge entsprechen auch den Zahlen des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen (VBN) sowie dem Bundestrend und gehen mit millionenschweren finanziellen Einbußen einher.

Seit den neuerlichen Kontaktbeschränkungen vom November beschleunigt sich die Abwanderung von Stammkunden. Verzeichnete der VBN vor der Pandemie Anfang 2020 insgesamt 87.500 Zeitkarten-Inhaber von Mia und Jobticket, sank die Zahl auf 74.000 Abonnenten Anfang 2021 – ein Verlust von 13.500 Kunden. „Das sind bittere Zahlen und echt hart“, sagt VBN-Sprecher Eckhard Spliethoff. Was das finanziell bedeutet, kann er noch nicht beziffern. Je nach Stufe und Tarifgebiet variieren die Preise zwischen 56 bis 215 Euro. Die Verluste bewegen sich aufs Jahr gesehen im Millionenbereich. Zum VBN gehören mehr als 30 Verkehrsunternehmen, darunter die BSAG und die Bremerhaven Bus und Verkehr und Wasser GmbH (VWG) aus Oldenburg als größte Betriebe. Den höchsten Anteil der Zeitkarten-Inhaber im VBN verzeichnet die BSAG mit insgesamt rund 51.000 Mia-Kunden.

Die durchschnittlichen Erlöse eines Abo-Kunden zu ermitteln sei schwierig, sagt BSAG-Sprecher Andreas Holling. Die Einnahmen fließen je nach Ticket und Tarifzone verteilt nach Bremen und Niedersachsen. Genaueres könne man erst mit den Jahresabschlusszahlen für 2020 sagen, an denen VBN und BSAG derzeit arbeiten. Bis Ende Mai soll die Bilanz veröffentlicht werden. Durch die Pandemie könnte sich das Defizit bei der BSAG auf mehr als 25 Millionen Euro belaufen, im schlimmsten Fall auf mehr als 30 Millionen Euro.

Die BSAG versuche, die verlorenen Kunden zurückzugewinnen. „Dafür wird derzeit an entsprechenden Angeboten gearbeitet“, so Holling. In und um Stuttgart wurde beispielsweise ein Zehner-Tagesticket eingeführt. Wer mal zu Hause und mal im Büro arbeitet, kann die Fahrkarten nach und nach abfahren. Auch die Deutsche Bahn hat für den Nahverkehr ein Zehner-Tagesticket eingeführt.

Das Bundes-Infektionsschutzgesetz sieht seit Ende April vor, dass im ÖPNV maximal die Hälfte der regulär zulässigen Passagierzahl fahren soll. „Wir liegen in Bremen in der Regel unter diesem Standard“, sagt Holling. Als Beispiel nennt er die Straßenbahn Nordlicht. Diese habe rund 100 Sitz- und 150 Stehplätze. Bei 125 Fahrgästen wären 50 Prozent Auslastung erreicht. „Wir berechnen allerdings nur die Sitzplätze, womit wir unter dem angestrebten Wert bleiben“, sagt Holling. Wenn Busse und Bahnen trotzdem voll seien, steuere das Verkehrsunternehmen nach und lasse mehr Fahrzeuge fahren. Das ändere nichts am subjektiven Empfinden mancher Bürger.

Im ersten Lockdown im März und April 2020 seien die Fahrgastzahlen bis auf 30 Prozent gesunken, sagt Holling. Darauf hatte die BSAG reagiert. Anfangs wurde der Fahrplan angepasst – die Frequenz auf die der Wochenendtage verringert. Trotz gesunkener Fahrgastzahlen hat die BSAG davon wieder Abstand genommen. Die Ausgangslage ändert sich ständig: geöffnete oder geschlossene Schulen, „Click and Collect“-Angebote, Homeoffice und seit Kurzem die Ausgangssperre. „Wir versuchen, auf die dynamischen Veränderungen bestmöglich zu reagieren, sagt der BSAG-Sprecher. Weil die Schulen wieder öffnen dürfen, habe dies auch Auswirkungen auf das Aufkommen in den ÖPNV-Fahrzeugen. „Das werden wir uns genau anschauen“, so Holling. Das Gleiche gilt für die Nachtlinien. Vorerst sollen die Linien trotz Ausgangssperre normal weiterfahren. Die Verkehrsbetriebe in Hannover werden den Nachtverkehr an Wochenenden bis voraussichtlich 9. Mai ruhen lassen.

Die Verkehrsunternehmen in Deutschland haben laut Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) im vergangenen Jahr Einbußen von rund 3,3 Milliarden Euro verzeichnet. Bislang haben Bund und Länder fünf Milliarden Euro Unterstützung zugesagt. Die Länder haben gefordert, den „Rettungsschirm“ zu verlängern und um eine Milliarde Euro aufzustocken.

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Von Charly

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