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Zu einer gemeinsamen Sitzung haben sich heute (15. März 2022) der Senat und der Vorstand sowie die Geschäftsführung der Handwerkskammer Bremen getroffen. Das Gespräch drehte sich im Wesentlichen um die vier Themen Ausbildung, Klimawandel, Digitalisierung und Materialengpässe. Die Lösungen der mit diesen Themen verbundenen Herausforderungen stellen nach übereinstimmender Auffassung der Kammer wie auch des Senats die ganz wesentlichen Rahmenbedingungen für den Erfolg des Handwerks dar. Außerdem sprachen die Vertreterinnen und Vertreter des Senats und der Handwerkskammer über die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und Möglichkeiten der Hilfe für Flüchtlinge.

 

 

Der Senat und Vorstand und Geschäftsführung der Handwerkskammer vor der gemeinsamen Sitzung. Foto: Senatspressestelle

Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte hob hervor, wie wichtig ihm diese Art des Austausches mit der Kammer ist: „Während der Corona-Pandemie hat sich der regelmäßige Austausch zwischen den Kammern und dem Senat bewährt. So sind wir gemeinsam gut durch die Krise gekommen, haben Arbeitsplätze erhalten und damit vielen Familien den Lebensunterhalt gesichert. Diesen konstruktiven Dialog haben wir heute fortgesetzt.“

Thomas Kurzke, Präses der Handwerkskammer, zusammenfassend: „Unsere Gesellschaft und damit auch das Handwerk standen und stehen vor enormen Herausforderungen. Corona, gerissene Lieferketten, die Bekämpfung des Klimawandels oder der Fachkräftemangel sind vier aktuelle Entwicklungen, denen wir gemeinsam mit der Politik begegnen müssen. Um trotz der schwierigen Zeiten gute Rahmenbedingungen für die rund 5.400 Bremer und Bremerhavener Handwerksbetriebe mit ihren rund 32.000 Beschäftigten zu sichern, ist der regelmäßige Austausch mit dem Senat von großer Bedeutung.“

Hinsichtlich der Ausbildung wurde über die Notwendigkeit von ausbildungsunterstützenden Maßnahmen gesprochen. Im Rahmen von „Ausbildung Innovativ“ sollen gemeinsam mit Sozialpartnern, Ressorts und Kammern bedarfsgerechte Maßnahmen entwickelt werden, um den Betrieben insbesondere auch bei Jugendlichen mit größeren Herausforderungen zu helfen. In diesem Kontext spielen die Ausbildungsverbünde eine wichtige Rolle und auch die neuen, von der Senatorin für Arbeit finanzierten Ausbildungsbegleiterinnen und -begleiter in der Handwerkskammer gehören dazu. In dem Gespräch ging es auch um das europäische Förderprogramm „Erasmus+“ und die Chancen, die dieses den Auszubildenden des Bremer Handwerks eröffnet.

Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa: „Das Handwerk braucht dringend Fachkräfte, es gibt für viele Gewerke zu wenig Ausbildungsinteressierte und für andere Gewerke nicht genügend Ausbildungsplätze. Die Attraktivität der dualen Ausbildung muss erhöht werden und gleichzeitig brauchen auch Jugendliche eine Chance, wenn sie mehr Unterstützung benötigen. Wir wollen die Betriebe bei dieser Herausforderung nicht alleinlassen, sondern mit ihnen gemeinsam Unterstützungsangebote schaffen.“

Beim Klimawandel zeigte sich, dass das Handwerk ein wichtiger Partner auch für die öffentliche Hand ist, wenn es etwa um die erforderliche energetische Sanierung öffentlicher Gebäude geht. Handwerker und Handwerkerinnen bauen energieeffiziente Häuser, sanieren Altbauten, installieren moderne Gebäudetechnik wie Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen und Wall-Boxen und halten sie instand. Außerdem warten und reparieren sie Elektro-Autos- und -Fahrräder. Für diese verantwortungsvolle Aufgabe wird das Handwerk in Zukunft allerdings wesentlich mehr Fachkräfte benötigen.

Dr. Maike Schaefer, Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau: „Wir haben in Bremen Leuchtturmprojekte wie den Ellener Hof, der in Holz-Bauweise und energetisch vorbildlich als Ensemble errichtet ist oder das Klimaquartier in Grohn. So etwas muss in Zukunft der Standard im Neubau sein. Daran arbeiten wir momentan konstruktiv zusammen mit der Handwerkskammer. In der energetischen Sanierung öffentlicher und privater Gebäude wird die Handwerkskammer ebenfalls eine wichtige Ansprechpartnerin für uns sein. Darum sind solche Treffen zwischen der Kammer und dem gesamten Senat sehr wichtig, weil viele Ressorts im Bereich öffentlicher Gebäude involviert sind. Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine wird die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen noch einmal beschleunigt. Zum Einbau von Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen und dem Ausbau der erneuerbaren Energien brauchen wir qualifizierte Fachkräfte im Handwerk.“

Was bei den Firmen des Handwerks etwa als Bauauftrag ankommt, muss diversen Regeln entsprechend vorbereitet und vergeben werden. Dabei spielt die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung eine immer bedeutsamere Rolle. Bremen ist da mit einer Reihe von Projekten im Rahmen der Umsetzung des Online-Zugangs-Gesetzes (OZG) gut aufgestellt. Und schon lange davor gibt es digitale Angebote, an deren Entwicklung durch Bremen neben der Handwerkskammer Bremen auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks beteiligt waren: Der Online-Dienst „gruendung-digital.de“ etwa. Bezüglich der seit etwa einem Jahr immer drängender werdenden Materialengpässe versucht der öffentliche Bereich, dem Handwerk durch Preisgleitklauseln oder auch Kredite und Härtefallhilfen entgegen zu kommen.

Die Handwerkskammer begrüßt die Initiative des Bauressorts, Genehmigungsverfahren für Bauanträge weiter zu digitalisieren. Gerade vor dem Hintergrund der Wohnungsknappheit kann das einen wichtigen Beitrag zur schnelleren Umsetzung von Bauvorhaben leisten und auch Betriebe entlasten.

Andre

Von Andre

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