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Zum ersten Mal in ihrer 50-jährigen Geschichte findet die Weltkorallenriffkonferenz (International Coral Reef Symposium – ICRS) in Europa statt. Das Organisationsteam der Universität Bremen rund um Prof. Christian Wild hat hierzu rund 1.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 80 Ländern eingeladen. Ein besonderer Gast der Konferenz ist Fürst Albert II. von Monaco, der heute (4. Juli 2022) vom Präsidenten des Senats, Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte im Congress Center Bremen begrüßt wurde.

 

Fürst Albert II. von Monaco spricht bei der Eröffnungszeremonie der 15. Weltkorallenriffkonferenz. Foto: Senatspressestelle

Die Welt befindet sich nach wie vor in einer Korallenriffkrise. Die Existenz dieser Ökosysteme ist bedroht. Global sind 30 Prozent aller Korallenriffe schon verloren, 40 Prozent massiv bedroht und nur noch weniger als 30 Prozent in einem vergleichsweise guten Zustand. Ursachen sind vor allem der Klimawandel, die Überfischung und die Verschmutzung der Meere. Beim 15. ICRS vom 3. bis 8. Juli 2022 geht es um diese aktuellen und zukünftigen Bedrohungen. Ein wichtiges Ziel der rund 1.000 Teilnehmenden ist es, Lösungen für die Korallenriffkrise zu finden.
Bei der Eröffnungszeremonie des ICRS am heutigen Montag sprachen neben Fürst Albert II. auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke, Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte, Dr. Claudia Schilling, Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Professor Bernd Scholz-Reiter, Rektor der Universität Bremen, und die Präsidentin der International Coral Reef Society, Professorin Andréa Grottoli.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke sagte auf der Eröffnung: „Um Korallenriffe weltweit zu erhalten und besser zu schützen, brauchen wir eine globale Antwort und eine Vernetzung der Akteurinnen und Akteure in Politik, Verwaltung und Wissenschaft. Den Rahmen dafür bietet die Weltkorallenriffkonferenz in Bremen. Wir stehen hier vor einer dreifachen Herausforderung: der Klimakrise, der Biodiversitätskrise und der Verschmutzungskrise. Deshalb muss für den Schutz von Korallenriffen neben ehrgeizigen Klimaschutzmaßnahmen mehr geschehen. Deutschland engagiert sich bereits als Mitglied der Internationalen Korallenriffinitiative und im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative für den Schutz dieser einzigartigen Ökosysteme.“

15. Weltkorallenriffkonferenz in Bremen: (v.l.n.r.) Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte, Bundesumweltministerin Steffi Lemke, Fürst Albert II., Senatorin Dr. Claudia Schilling und der Botschafter von Monaco, Lorenzo Ravano. Foto: Senatspressestelle

 

Bürgermeister Dr. Bovenschulte: „Die Freie Hansestadt Bremen und die Universität Bremen freuen sich sehr, dass die 15. Weltkorallenriffkonferenz erstmals in ihrer Geschichte in Europa zu Gast ist und dass wir Sie, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dazu hier bei uns in Bremen begrüßen dürfen. Das Land Bremen ist ein weltweit anerkannter Spitzenstandort für Meeres- und Klimawissenschaften und der größte deutsche Meeresforschungsstandort. Rund 40 Prozent aller in Deutschland tätigen Meeresforscherinnen und Meeresforscher arbeiten hier. Darauf sind wir stolz, denn Bremen trägt durch seine Forschungseinrichtungen dazu bei, Lösungen für die großen globalen Klimafragen und die Rettung der bedrohten Meere und Ozeane zu finden. Mein herzlicher Dank geht an das Organisationsteam der Universität Bremen rund um Professor Christian Wild. Ich wünsche Ihnen allen, auch im Namen des Bremer Senats, eine erfolgreiche Konferenz.“

Senatorin Dr. Schilling: „Das International Coral Reef Symposium (ICRS) ist die größte Meeresforschungskonferenz, die in Deutschland je durchgeführt wurde. Die weltweite Korallenriffkonferenz findet zum ersten Mal in Europa statt. Bremen wurde aus gutem Grund als Veranstaltungsort ausgewählt, denn hier gibt es eine sehr aktive und sichtbare Gemeinschaft von exzellenten Korallenriff-Forscherinnen und Forschern. Etliche Partnerinstitutionen, die meisten davon in unmittelbarer Nähe zueinander auf dem Campus der Universität Bremen, sind in der Korallenriffforschung tätig wie etwa das Zentrum für Umweltforschung und nachhaltige Technologien (UFT), das MARUM, das Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, das Leibniz-Zentrum für marine Tropenforschung (ZMT) und das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Sie machen das Bundesland Bremen damit zu einem zentralen Hub der Korallenriff-Forschung in Europa und darüber hinaus.“

 

Professor Bernd Scholz-Reiter, Rektor der Universität Bremen, verwies auf das MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen mit dem Exzellenzcluster „Der Ozeanboden – unerforschte Schnittstelle der Erde“ und das BreMarE-Zentrum für Marine Ökologie der Universität Bremen. „Sowohl MARUM als auch BREMARE vereinen eine Vielzahl von Arbeitsgruppen aus unterschiedlichen meereswissenschaftlichen Fächern. In ihrer Kombination mit anderen Fachbereichen unserer Universität bieten sie Forschenden und Studierenden Bedingungen, die nicht nur in Deutschland oder Europa, sondern auch weltweit einzigartig ist. Die Universität Bremen, die einzige Universität des Landes Bremen, hat zudem eine umfassende Klima- und Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt, die im Mittelpunkt unserer weiteren Entwicklung stehen wird. Die Ziele und Projekte der Universität Bremen sind eng mit der UN-Ozeandekade und den UN-Nachhaltigkeitszielen verknüpft.“

Professorin Andréa Grottoli, hob die Bedeutung der Korallenriffe hervor: „Korallenriffe sind nicht nur ein wichtiges marines Ökosystem, in dem mehr als 25 Prozent der Arten der Ozeane leben, sondern sie erbringen auch wichtige Dienstleistungen für den Menschen, wie den Schutz der Küsten vor Stürmen und dem Anstieg des Meeresspiegels, Fischerei, medizinische Produkte und sind für die Tourismusindustrie von entscheidender Bedeutung.“ Die Korallenriffe stünden aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels und lokaler Stressfaktoren wie Verschmutzung und Überfischung an einem Wendepunkt, an dem sie möglicherweise irreversibel geschädigt würden. „Als Wissenschaftler müssen wir in einem Wettlauf mit der Zeit Lösungen für den Schutz und die Wiederherstellung von Korallenriffen finden, um eine vorübergehende Überbrückung zu gewährleisten, damit in den nächsten Jahrzehnten genügend Korallenriffe erhalten bleiben, während wir gleichzeitig die Klimakrise angehen.“ Letztendlich müssen der Schutz und die Wiederherstellung von Korallenriffen mit einer aggressiven Eindämmung der CO2-Emissionen und der Eindämmung lokaler Stressfaktoren wie Verschmutzung und Überfischung einhergehen, forderte Professorin Grottoli.

Im Verlauf des Tages wird Fürst Albert II. das MARUM gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Bovenschulte und Professor Scholz-Reiter besuchen. Am Abend gibt es einen Empfang anlässlich des ICRS im Bremer Rathaus, in dessen Rahmen dem Fürsten die International Coral Reef Society’s Lifetime Membership Medal verliehen wird.

 

Die Weltkorallenriffkonferenz
Das Internationale Korallenriff Symposium (ICRS) ist die mit Abstand wichtigste Veranstaltung, die sich mit den Ökosystemen der Korallenriffe beschäftigt. Seit 1967 treffen sich alle vier Jahre Menschen aus Wissenschaft, Küstenmanagement, Umweltschutz und Politik und stellen ihre aktuellen Forschungsergebnisse vor. Das 15. ICRS in Bremen ist das erste ICRS das klimaneutral durchgeführt wird. Dieses Ziel wurde durch eine umfangreiche und zweistufige Grüne Strategie erreicht. Kohlendioxid-Emissionen vor Ort wurden minimiert. Und die nicht-vermeidbaren Kohlendioxid-Emissionen, vor allem durch die Anreise der Teilnehmer verursacht, wurden durch die Unterstützung einer Reihe von marinen Klimaschutzprojekten kompensiert. Professor Wild: „Wir sind sehr stolz darauf, dass unsere grüne Strategie so erfolgreich war. Korallenriffe sind Frühwarnsysteme für den Klimawandel, daher ist es besonders wichtig, dass Korallenriff-Veranstaltungen nicht zum Klimawandel beitragen. Vielen Dank an das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, das unsere grüne Strategie maßgeblich unterstützt hat.“
Umfassendes Rahmenprogramm

Die Tagung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm aus Ausstellungen, Vorträgen und Filmen begleitet. Informationen zum Programm unter: www.icrs2022.de

Weitere Informationen:
www.icrs2022.de
www.uni-bremen.de

Andre

Von Andre

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