Coronavirus in NRW: Merkel will härteren Lockdown vor Weihnachten +++ Stadt im Ruhrgebiet ist Mega-Hotspot

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Neue Corona-Regeln noch vor Weihnachten: Kanzlerin Angela Merkel hat am Montag weitere Maßnahmen angekündigt. Das Infektionsgeschehen ist in Deutschland noch immer kritisch. Ein harter Lockdown ist im Gespräch.

 
  • Die zweite Welle der Coronavirus-Pandemie hat Deutschland weiterhin fest im Griff.
  • Kanzlerin Angela Merkel sagt, dass die Corona-Regeln vor Weihnachten noch deutlich verschärft werden müssen.
  • Derweilen sind die Zahlen trotz Maßnahmen auf hohem Niveau. 

Update vom 7. Dezember, 19.40 Uhr: Angela Merkel will die Ministerpräsidenten noch vor Weihnachten zu einem neuen Corona-Gipfel treffen. Ziel der Kanzlerin sind schärfere Regeln, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Den Winter werde man nicht ohne zusätzliche Maßnahmen überstehen, so die Kanzlerin. Auch ein harter Lockdown nach dem zweiten Weihnachtstag ist in Diskussion – damit wären die Lockerungen, die eigentlich noch Silvester und Neujahr umfassen sollten, vom Tisch. Außerdem ist die Rede von der Schließung aller Geschäfte – bis auf Supermärkte.

Eigentlich ist die nächste Bund-Länder-Konferenz für den 4. Januar geplant. Bereits um ein vorgezogenes Treffen gibt es Zoff – so wird es wohl auch mit möglicherweise neuen Corona-Regeln für Deutschland geschehen. Michael Müller, Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz und Bürgermeister von Berlin, hält bereits den vorgezogenen Corona-Gipfel für nicht erforderlich.

NRW hingegen schließt weitere Verschärfungen nicht aus. „Sollte sich die Gesamtlage nicht zeitnah verbessern, erscheint auch bundesweit ein noch restriktiveres Vorgehen notwendig, um die Zahl der Neuinfektionen überall deutlicher zu reduzieren“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der dpa.  Nordrhein-Westfalen setze weiter auf den engen Schulterschluss von Bund und Ländern.

Update vom 7. Dezember, 17.01 Uhr: Die Diskussion über weitere Maßnahmen wird schärfer: Laut Informationen von Bild.de soll es nach Weihnachten zum harten Lockdown kommen. Bund und Länder sollen laut dem Blatt ab dem 27. Dezember bis zum 3. oder 10. Januar alles schließen wollen. Die einzige Ausnahme sollen Supermärkte sein, um Lebensmittel zu kaufen.

Das Kanzleramt will noch in dieser Woche einen neuen Corona-Gipfel ansetzen. Wieder sollen sich Bund und Länder zusammensetzen und die neuen Maßnahmen bestimmen. Zur Debatte stehen auch eine weitere Verlängerung der Weihnachtsferien. Das heißt: die Schulferien eine Woche vorziehen und eine Woche verlängern. Laut Bild sperren sich aber einige Ministerpräsidenten gegen einen neuen harten Lockdown, da das Infektionsgeschehen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sei.

Corona-Regeln in Deutschland: Kanzlerin Merkel will schärfere Maßnahmen

Berlin – Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hält angesichts der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen Entscheidungen über neue Regeln noch vor Weihnachten für nötig. Die zweite Welle der Coronavirus-Pandemie hat Deutschland weiterhin fest im Griff. Die Zahlen sind auf hohem Niveau, obwohl die Maßnahmen bei der Bund-Länder-Konferenz deutlich verschärft wurden.

Corona-Regeln in Deutschland: Maßnahmen reichen laut Kanzlerin Angela Merkel noch nicht aus

Angela Merkel (CDU) meint, dass zu viel über Glühweinstände und zu wenig über die Krankenschwestern und Pflegekräfte gesprochen werde. Das Pflegepersonal müsse unter Hochdruck und mit großem Einsatz auf den Intensivstationen der Krankenhäuser und in den Pflegeheimen arbeiten, sagte die Kanzlerin am Montag nach Angaben von Sitzungsteilnehmern in einer Video-Sitzung der Unionsfraktion.

Mit den bisher ergriffenen Maßnahmen komme man von den auf einem viel zu hohen Niveau stagnierenden Infektionszahlen nicht herunter, sagte Merkel demnach weiter. Das heiße, man werde den Winter nicht ohne zusätzliche Maßnahmen durchstehen können. Nun müsse die Diskussion darüber geführt werden, wie man wo was tun müsse. Dies müsse noch vor Weihnachten entschieden werden. Man dürfe nicht auf das Prinzip Hoffnung setzen, dass die seit einigen Tagen wieder steigenden Zahlen heruntergehen würden.

Mit den Ministerpräsidenten werde man in den nächsten Tagen weiter beraten, kündigte Merkel demnach an. Akzeptanz würden die Maßnahmen immer dann finden, wenn Bund und Länder gemeinsam entscheiden würden. Merkel lobte die Entscheidungen in Bayern als Schritte in die richtige Richtung. Bedauerlich sei, dass viele ältere Menschen etwa in Pflegeheimen betroffen seien. Hier werde unter Hochdruck etwa mit Schnelltests gearbeitet. Diese würden sich aber nicht so schnell durchsetzen, wie man sich das erhofft habe.

Scharfe Regeln gegen Corona in vielen Bundesländern – mehr Hotspots gemeldet

In einigen Bundesländern wie Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt und in gewisser Weise Brandenburg würden die Zahlen unvermindert steigen, sagte Angela Merkel nach diesen Informationen. Hier müsse besonders viel getan werden. Es sei gut, dass in Hotspots mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche mehr gemacht werde. Wenn sie sich aber etwa die Lage in einigen Landkreisen in Sachsen und Thüringen anschaue, sei dort eine sehr ernsthafte Situation etwa auch in den Krankenhäusern eingetreten.

Bund und Länder hatten vereinbart, bei Familientreffen vom 23. Dezember bis längstens 1. Januar zehn Personen plus Kinder zuzulassen. Ansonsten dürfen maximal fünf Leute aus zwei Hausständen zusammen sein. In Bayern hat das Kabinett beschlossen, die geplanten Lockerungen nur noch vom 23. bis zum 26. Dezember aufrecht zu erhalten. In Baden-Württemberg ist dies auf den 23. bis 27. Dezember beschränkt. In Berlin sind über die gesamten Feiertage maximal fünf Leute erlaubt. Auch in anderen Bundesländern wird darüber nachgedacht, von Erleichterungen über die Feiertage abzurücken. – dpa und eB