„Wir wollen der sozialen Spaltung der Stadt mehr entgegensetzen“

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Foto : DIE SENATORIN FÜR SOZIALES,
JUGEND, INTEGRATION UND SPORT

 

Senatorin Stahmann: Landesprogramm „Lebendige Quartiere“ soll Kleinstgebiete mit Sozialarbeit bedarfsgenau stützen

Bremen will kleinere nachbarschaftliche Quartiere mit zusätzlichen Angeboten der Sozialarbeit stützen. Ein Konzept, wie diese Unterstützung aus dem neu aufgelegten Programm „Lebendige Quartiere“ aussehen kann, soll bis Ende kommenden Jahres vorgelegt werden, erste Projekte sollen parallel dazu bereits im kommenden Jahr starten. Diesem Vorhaben der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport hat die Deputation für Soziales, Jugend und Integration auf ihrer heutigen Online-Sitzung zugestimmt (Donnerstag, 3. Dezember 2020). Der förmliche Beschluss, mit dem ein Interessenbekundungsverfahren für die Entwicklung der Konzeption in Gang gesetzt wird, wird anschließend im Umlaufverfahren gefasst.

Die Förderung ist vorgesehen für die Quartiere Kaspar-Ohm-Straße in Aumund-Hammersbeck, Alwin-Lonke-Straße in Burg-Grambke sowie Daniel-von Büren-Straße in der Bahnhofsvorstadt. Für diese nachbarschaftlichen Quartiere hat das „Monitoring Soziale Stadt“ eine Häufung von sozialen Risikofaktoren festgestellt. Dazu wurden bestimmte Merkmale als Leitindikatoren für die soziale Lage in einem Quartier gewertet: Sprachförderbedarf von Kindern vor der Einschulung, Nicht-Abiturquote der Bevölkerung sowie der Bezug von Transferleistungen (vor allem Arbeitslosengeld I und II sowie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz). Daneben wird ein Förderbedarf auch gesehen für die Gebiete Blockdiek und Arsten-Nord, die aus der bisherigen Förderung als WiN-Quartiere („Wohnen in Nachbarschaften“) herausfallen.

„Die Förderung für Kleinst- und Sondergebiete im Landesprogramm Lebendige Quartiere soll die lokalen Problemlagen bedarfsgenau in den Blick nehmen“, sagte Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport. Anders als in WiN-Gebieten mit jeweils einem eigenen Quartiersmanager soll es für diese viel kleineren Gebiete ein mobiles Quartiersmanagement geben. Ausgerichtet an den Notwendigkeiten vor Ort soll es Projekte auf den Weg bringen sowie eine Orientierung auf Unterstützungsangebote bestehender Einrichtungen in benachbarten Quartieren geben.

„Wir wollen dafür mit externer Unterstützung ein Fachkonzept entwickeln“, sagte die Senatorin. Dazu gehöre vor allem die Einbindung der lokalen Akteurinnen und Akteure, der Beiräte, Träger sowie Bewohnerinnen und Bewohner. „Parallel dazu sollen bereits erste Projekte eingerichtet werden“, kündigte die Senatorin an. Details würden zum Jahresanfang 2021 geklärt. „Im Mittelpunkt sollen die Themen Gesundheit, Bildung und Qualifikation stehen“, sagte sie, und darüber hinaus „Sicherheit und Sauberkeit in den Quartieren.“ „Wir wollen, ist, die Lebens- und Entwicklungsbedingungen der Menschen in diesen Quartieren verbessern und so der sozialen Spaltung der Stadt mit einem neuen Instrument entgegenwirken.“