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Zugverkehr im Bremer Norden Regio-S-Bahn zurück in der Spur

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Im vergangenen Jahr musste die Nordwestbahn den Fahrplan der RS 1 ausdünnen, weil ihr Personal fehlte. Nachdem nun alle Stellen besetzt sind, gilt ab 1. September wieder der reguläre Fahrplan.

Mehr als ein Jahr mussten die Fahrgäste im Bremer Norden mit Einschränkungen im Zugverkehr leben. Weil der Nordwestbahn (NWB) Triebfahrzeugführer fehlten, wurde der Fahrplan letztlich ausgedünnt. Mittlerweile hat das Unternehmen wieder genügend Mitarbeiter, um am 1. September zum Regelbetrieb zurückzukehren.

Fahrgäste profitieren davon vor allem am Wochenende. Derzeit fahren die Bahnen sonnabends nur alle 30 Minuten zwischen Vegesack und dem Hauptbahnhof. Mit der Rückkehr zum Regelbetrieb sind die Züge laut Nordwestbahn auch sonnabends zwischen 10 und 19 Uhr wieder im Viertelstundentakt unterwegs. Zudem entfällt der Schienenersatzverkehr zwischen Vegesack und Farge, der bisher sonnabends und sonntags jede zweite Zugverbindung ersetzt hat. Künftig fahren die Züge auch am Wochenende wieder zwei Mal pro Stunde zwischen den beiden Nordbremer Ortsteilen.

Neben dem ausgedünnten Fahrplan sorgten auch kürzere Züge für Verärgerung bei den Fahrgästen. Anstatt mit zwei Wagen pro Verbindung waren die Bahnen nur noch mit einem in der Hauptverkehrszeit unterwegs. Das Problem: Das sogenannte Kuppelkonzept bindet Personal. Werden die Züge in Vegesack geteilt, sind dafür nach Unternehmensangaben vier bis fünf Triebfahrzeugführer nötig. Die kürzeren Bahnen hätten der NWB die Möglichkeit gegeben, mehr Personal im Fahrdienst einzusetzen. Nachdem das Unternehmen im Frühjahr mehrere Leih-Triebfahrzeugführer bekommen konnte und zudem die ersten Mitarbeiter ihre Ausbildung bei der Nordwestbahn erfolgreich absolviert haben, konnte die Kapazität bereits zum 4. Mai wieder erhöht werden. Seitdem fahren die Züge, die werktags in der Hauptverkehrszeit ausschließlich zwischen Vegesack und dem Hauptbahnhof unterwegs sind, als sogenannte Doppeltraktion, also mit zwei Bahnen. Ab 1. September hat die NWB wieder genügend Personal, um die Züge in Vegesack zu koppeln. Deshalb fahren die Bahnen zwischen Vegesack und Verden ab Dienstag wieder mit einem dreiteiligen und einem fünfteiligen Wagen, die Verbindungen zwischen Vegesack und dem Hauptbahnhof werden dann wieder nur mit einer fünfteiligen Bahn bedient.

Grund für die Einschränkungen war der Mangel an Triebfahrzeugführern, der nicht nur die Nordwestbahn, sondern die Bahnbranche bundesweit getroffen hat. „Phasenweise hatten wir nicht genügend Triebfahrzeugführer an Bord, um alle Zugleistungen des Verkehrsvertrages zu erfüllen“, sagt Karin Punghorst, Sprecherin der Nordwestbahn. Deshalb habe man das Ersatzkonzept für die Regio-S-Bahn im vergangenen Jahr eingesetzt, um den Fahrgästen verlässliche und planbare Fahrzeiten bieten zu können, so die Unternehmenssprecherin.

Um wieder zum regulären Fahrplan zurückkehren zu können, hat das Unternehmen eine Ausbildungsoffensive gestartet. „Diese Ausbildungsoffensive soll fortgesetzt und über Bedarf ausgebildet werden, damit Personalressourcen vorhanden sind, um im Bedarfsfall – zum Beispiel in Urlaubszeiten oder bei Krankheitsfällen – gut reagieren zu können“, so Punghorst.

Nach ihren Worten haben im März und im Juni zwei Ausbildungskurse für die Regio-S-Bahn begonnen. Im Oktober starten nach Angaben der Sprecherin 15 weitere Mitarbeiter die Ausbildung als Triebfahrzeugführer. „Ein weiterer Kurs beginnt im März 2021. Hierfür suchen wir noch Bewerber“, sagt Punghorst. Gemeinsam mit der Transdev-Gruppe in Deutschland, zu der auch die Nordwestbahn gehört, investiere das Osnabrücker Eisenbahnverkehrsunternehmen jährlich mehr als 2,5 Millionen Euro in die Ausbildung und Gewinnung neuer Mitarbeiter, so Punghorst. Ohne Folgen blieben die Einschränkungen auf der Regio-S-Bahn-Linie 1 nicht. So musste die Nordwestbahn zwischen Januar und Juni vergangenen Jahres eine Vertragsstrafe von 1,5 Millionen Euro an das Land Bremen zahlen, weil Züge gar nicht oder zu spät kamen, überfüllt oder verschmutzt waren.

Mit dem Regelbetrieb auf der Regio-S-Bahn-Linie 1 gebe es auch einen neuen Fahrplan, der ab sofort in den Zügen, in den Kundencentern sowie im Internet unter www.regiosbahn.de erhältlich sei. Zudem seien die aktualisierten Fahrtzeiten etwa in der Fahrplaner-App des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen zu finden. Änderungen über die Rückkehr zum Regelbetrieb hinaus würden sich durch den Fahrplanwechsel am 1. September aber nicht ergeben.

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