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Armin Laschet kündigt Corona-Lockdown für gesamten Kreis Gütersloh an

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Von Olaf Kosinsky – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de,

Der Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies hat nun doch weitreichende Folgen für den Landkreis Gütersloh. Wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet nun bekanntgab, werden die Corona-Beschränkungen wieder hochgefahren.
Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies schränken die Behörden das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh nun doch massiv ein.
Erstmals in Deutschland werde ein Kreis wegen des Corona-Infektionsgeschehens wieder auf die Schutzmaßnahmen zurückgeführt, die noch vor einigen Wochen gegolten hätten, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in Düsseldorf. Im Kreis Gütersloh handele es sich um das bisher „größte Infektionsgeschehen“ in NRW und in Deutschland.
„Wir führen wieder eine Kontaktbeschränkung ein wie im März“, erklärte Laschet. Damit dürften sich nur wieder maximal zwei Personen oder Angehörige aus dem eigenen Haushalt in der Öffentlichkeit treffen. Zudem würden kulturelle Einrichtungen wie Kinos und Museen wieder geschlossen.

Maßnahmen sollen vorerst bis 30. Juni gelten

Ebenfalls untersagt werde der Betrieb von Fitnessstudios, Indoor-Spielplätzen, Saunen oder Wellnesseinrichtungen. Die ergriffenen Maßnahmen seien „prophylaktisch“ und sollen so schnell wie möglich wieder zurückgenommen werden. Vorerst sollen sie aber bis zum 30. Juni gelten.
Wie Laschet weiter erklärte, liegt das Zentrum des Corona-Ausbruchs bei Tönnies in der Fleischzerteilung. In dieser Abteilung gebe es die meisten Infizierten. Beim Schlachtbetrieb des Marktführers im westfälischen Rheda-Wiedenbrück hatten sich mehr 1.550 Beschäftigte nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Bei Nicht-Mitarbeitern von Tönnies im Kreis Gütersloh habe man nur 24 Infizierte, so Laschet. Die Behörden werden die Tests in der Bevölkerung in den kommenden Tagen massiv ausweiten, betonte der Regierungschef.

Quarantäne soll mit Polizeiunterstützung durchgesetzt werden

Rund 7.000 Tönnies-Mitarbeiter stehen mitsamt ihren Familien derzeit unter Quarantäne. Die Einhaltung der Quarantäne-Maßnahmen gestaltet sich aber schwierig. Die nordrhein-westfälische Landesregierung habe drei Einsatzhundertschaften der Polizei in den Kreis Gütersloh geschickt, sagte Laschet.
Die Polizisten sollten die Quarantäne der Mitarbeiter von Tönnies kontrollieren. Die Polizei werde die mobilen Testteams „auch in schwierigen Situationen begleiten“. Zur Not müssten die Behörden auch mit Zwang die Anordnungen durchsetzen. Es werde auch zusätzliche humanitäre Maßnahmen zur Unterstützung der Betroffenen geben.
Schulen und Kitas im Landkreis Gütersloh mit rund 370.000 Einwohnern waren bereits geschlossen worden. Für die größte deutsche Fleischfabrik war zudem ein vorübergehender Produktionsstopp verhängt worden. Auch im Kreis Warendorf werde es Einschränkungen geben. (mgb/thp/dpa)

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