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  • Mo. Okt 19th, 2020

Starker Ausdruck und schnelle Beats

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VonCharly

Mai 2, 2020

© WFB / Jens Lehmkühler

Zehnjährige Mara ist Deutsche Meisterin im Videoclip-Dancing
Manch kleines Mädchen träumt davon, als Ballerina im Tutu über die Bühne zu schweben. Nicht so die zehnjährige Mara Skrodolies. Sie bevorzugt Turnschuhe, lässige Shirts, Shorts und Overknees. Die Grundschülerin ist leidenschaftliche Anhängerin von „Videoclip-Dancing“ – sie tanzt also Choreografien zu Songs bekannter Stars. Sie weiß genau, was dabei wichtig ist: „Ausdruck muss ich zeigen“, sagt sie. 

Das nötige Rüstzeug dafür bekommt sie von Profitänzer Michele Cantanna im renommierten Bremer Studio „Tanzarena“. Dorthin fährt Mara drei Mal pro Woche von Schiffdorf bei Bremerhaven – wenn sie nicht gerade wegen des Coronavirus daran gehindert wird. Die harte Arbeit lohnt sich: Mara hat schon etliche Preise eingeheimst. Zuletzt wurde sie im Herbst 2019 Deutsche Meisterin im „Videoclip-Dancing“. Und im Frühjahr 2019 trat sie im Musikvideo „Talking like before“ der in Bremen lebenden New-Country-Sängerin Ann Doka auf.

Typisch für „Video Dancing“: Durchgehende Bewegungen auf den Beat

Ann Doka war bei einer Veranstaltung auf das junge Talent aufmerksam geworden. „Da hat sie meinen Ausdruck gesehen und meine Power, die ich gezeigt habe“, erinnert sich Mara in einem Interview im Regionalfernsehen. „Mara ist ein emotionales Kind“, sagt Trainer Michele Cantanna. Die gefühlvolle Choreografie im Doka-Video hatte er für Mara entwickelt.
Der Tanzstil „Videoclip-Dancing“ geht auf die in den 1990-er Jahren angesagten Musikvideos zurück, die in Sendern wie MTV und Viva ausgestrahlt wurden. Damals waren ausgefeilte Tanzeinlagen von Künstlern wie Michael Jackson populär. Zudem speist sich das „Videoclip-Dancing“ aus den Bühnenchoreografien aktueller Popstars. Es finden sich Elemente aus Street Jazz, House und Hip Hop wieder. „Typisch sind die durchgehende Bewegung auf den gleichmäßig betonten Beat sowie schnelle und akzentuierte Bewegungen der Arme und Beine“, heißt es beim Turnier-Veranstalter „Street Dance Factory“. Dort bestreitet auch Mara ihre Wettbewerbe.

Ein zehnjähriges Mädchen in Turnschuhen, Jeans, weißem Shirt und Jeansjacke tanzt vor einem Scheinwerfer. Sie springt hoch und wirft ihre Arme in die Luft.Dreimal die Woche trainiert Mara im renommierten Bremer Studio „Tanzarena“, das von den erfolgreichen Tänzern Roberto und Uta Albanese gegründet wurde.© WFB / Jens Lehmkühler

Mara trainiert in der von Roberto und Uta Albanese gegründeten Tanzarena

„Sie war viereinhalb Jahre, als sie das erste Mal im Tanzstudio war“, erinnert sich Maras Mutter Birte Sembach. Zuerst nahm das Mädchen Unterricht in seinem Heimatort Schiffdorf, vor etwa drei Jahren wechselte es in die von Roberto Albanese und seiner Frau Uta gegründete Bremer Tanzarena, um bei Profi Michele Cantanna zu trainieren. Die Albaneses haben als Trainer der Lateinformation des „Grün-Gold-Clubs Bremen“ bereits internationale Tanzgeschichte geschrieben, Roberto Albanese machte zudem bereits in der RTL-Tanzshow Let’s Dance mit.
Inzwischen sind Michele Cantanna und Mara ein eingespieltes Team. „Fast wie Vater und Kind. Sie guckt zu ihm auf“, sagt Mutter Birte Sembach. Anfangs tanzte Mara Hip-Hop, im Laufe der Zeit entwickelte sie sich in Richtung „Videoclip-Dancing“ weiter. Bei Wettbewerben dieses Tanzstils ist Improvisationstalent gefragt. „Man weiß nicht, was da kommt“, sagt Birte Sembach. Die Musik wird vom Veranstalter vorgegeben und bewegt sich in einer festgelegten Spanne von „Beats per Minute“ (Schläge pro Minute). Mara liebe das freie Tanzen auf Musik, sagt Cantanna, der vor sechs Jahren nach Deutschland kam. „Sie interpretiert das Lied mit ihren Emotionen und ihrer Beweglichkeit.“

„Nicht alle Leute schaffen es im Tanzbereich, ihre Emotionen zu zeigen“

Bei aller Begeisterung: Ein paar Trainingsinhalte stoßen bei der Viertklässlerin auf wenig Begeisterung – etwa Liegestütze. Auch das Üben mit Fitnessbändern an Schultern und Beinen für mehr Elastizität gehört nicht zu ihren Übungsfavoriten. Aber sie beißt sich auch durch ungeliebte Trainingseinheiten durch. „Das Schöne für uns Lehrer ist, wenn ein Schüler Lust hat“, sagt Michele Cantanna. „Und Mara kommt gerne zum Training. Mara will – das merkt man.“

Ein Mädchen und ein Erwachsener in Tanzbewegung: Beide stehen nebeneinander auf den Zehenspitzen nach hinten gebeugt. Mit einer Hand stützen sie sich auf dem Boden ab, der andere Arm zeigt nach oben.Der Tanzstil „Videoclip-Dancing“ geht auf die in den 1990-er Jahren angesagten Musikvideos zurück, die in Sendern wie MTV und Viva ausgestrahlt wurden.© WFB / Jens Lehmkühler
„Mara ist eine richtige Rampensau“
Die Zehnjährige ist aber nicht nur als Solotänzerin unterwegs. Regelmäßig trainiert sie mit anderen jungen Tänzerinnen und Tänzern aus dem Nordwesten. Im Juni 2019 spielte sie zudem die Hauptrolle in Michele Cantannas 100-minütiger Tanzproduktion „Freak-Show“. Der Trainer hatte keine Sekunde gezögert, seinem Schützling die Hauptrolle zu geben. Auf der Bühne des Bremer Schlachthofs standen 80 Schülerinnen und Schüler der Tanzarena, Mara glänzte als dreiarmiges Mädchen. „Von Anfang an hab‘ ich das für Mara geschrieben. Mara ist eine richtige Rampensau“, sagt er augenzwinkernd. Bei all dem Lob ist Maras Berufswunsch auch keine Überraschung mehr: Sie möchte Profitänzerin werden.

 
 
Bildmaterial:
Das Bildmaterial ist bei themengebundener Berichterstattung und unter Nennung des jeweils angegebenen Bildnachweises frei zum Abdruck.
Foto 1: Die zehnjährige Mara und ihre Trainer Michele Cantanna sind ein eingespieltes Team. Der Profitänzer ist begeistert davon, wie seine Schülerin ihre Emotionen beim Tanzen zeigen kann.  © WFB/Jens Lehmkühler
Foto 2: Dreimal die Woche trainiert Mara im renommierten Bremer Studio „Tanzarena“, das von den erfolgreichen Tänzern Roberto und Uta Albanese gegründet wurde.  © WFB/Jens Lehmkühler
Foto 3: Der Tanzstil „Videoclip-Dancing“ geht auf die in den 1990-er Jahren angesagten Musikvideos zurück, die in Sendern wie MTV und Viva ausgestrahlt wurden. © WFB/Jens Lehmkühler

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