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Mord: Lebenslang f√ľr Autoraser

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Februar 2016: Zwei Autofahrer liefern sich ein Rennen – mitten in Berlin. Mit bis zu 170 Kilometern pro Stunde rasen sie √ľber den Kurf√ľstendamm, mehrere rote Ampeln auf dem ber√ľhmten Boulevard ignorieren sie. An einer Kreuzung erfasste einer der beiden den Wagen eines 69-J√§hrigen. Der Mann starb noch am Unfallort.
Nun, drei Jahre sp√§ter hat das Landgericht Berlin ein Urteil gegen die beiden Fahrer gef√§llt – zum zweiten Mal in diesem Fall: Wegen Mordes m√ľssen Marvin N. und Hamed H. lebenslang ins Gef√§ngnis. Das Berliner Landgericht folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Das erste Urteil vor einem Jahr hatte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe aufgehoben, weil es fehlerhaft begr√ľndet war.

Tod in Kauf genommen

In seinem neuen Urteil sieht das Berliner Landgericht es als erwiesen an, dass die heute 30 und 27 Jahre alten Fahrer in ihren hochmotorisierten Autos den Tod eines 69-J√§hrigen billigend in Kauf nahmen. „Was geschah, hatte mit Fahrl√§ssigkeit nichts zu tun“, sagte der Vorsitzende Richter. „Die Angeklagten haben aus nichtigem Anlass mit dem Leben anderer Menschen gespielt.“ Die Raser seien selbstverliebt und r√ľcksichtslos gewesen, ihre Fahrzeuge h√§tten sie f√∂rmlich verg√∂ttert.

Die beiden M√§nner waren spontan mit √ľberh√∂hter Geschwindigkeit √ľber den Kurf√ľstendamm gefahren. Der jetzt 30-J√§hrige hatte den Jeep des unbeteiligten Rentners gerammt, der meterweit durch die Luft geschleudert wurde. Der 69-J√§hrige starb in seinem Wagen. Die beiden Raser hingegen wurden kaum verletzt. Mit dem Urteil entsprach das Gericht weitgehend den Forderungen der Staatsanwaltschaft.
 
Eine andere Strafkammer des Berliner Landgerichts hatte – deutschlandweit zum ersten Mal in einem Raser-Fall – gegen beide M√§nner im Februar 2017 ebenfalls lebenslange Haftstrafen wegen Mordes verh√§ngt. Der Bundesgerichtshof (BGH) fand aber den bedingten T√∂tungsvorsatz unzureichend begr√ľndet und ordnete eine Neuverhandlung an.
In seinem Schlusswort hatte der 30-j√§hrige Angeklagte einger√§umt, er w√ľrde „gern ungeschehen machen, was geschehen ist“. Auch der j√ľngere Angeklagte hatte betont, er wolle sich aufrichtig entschuldigen.

Neues Gesetz

Seit Oktober 2017 k√∂nnen Teilnehmer an illegalen Autorennen h√§rter bestraft werden. Im Strafgesetzbuch gibt es nun den Paragrafen 315d. Wird durch ein „verbotenes Kraftfahrzeugrennen“ der Tod eines anderen Menschen verursacht, k√∂nnen bis zu zehn Jahre Haft verh√§ngt werden. R√ľckwirkend konnte die neue Regelung auf den Berliner Raser-Fall aber nicht angewandt werden. Laut Statistik ermittelte die Polizei in Berlin seit Beginn der neuen Regelung bis Ende 2018 wegen 298 illegaler Autorennen.
Der BGH hatte erst Anfang M√§rz in einem anders gelagerten Fall best√§tigt, dass ein r√ľcksichtsloser Raser als M√∂rder verurteilt werden kann. Der Mann hatte 2017 in Hamburg mit einem gestohlenen Taxi einen Menschen get√∂tet und zwei schwer verletzt. Die Karlsruher Richter bekr√§ftigten die lebenslange Haftstrafe der Vorinstanz wegen eines bedingten T√∂tungsvorsatzes vom Februar 2018.

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